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17. April 2008 4 17 /04 /April /2008 23:16
Die Stilrichtung Hard Rock/Heavy-Metal prägte mich etwa 10 bis maximal 15 Jahre, nämlich von Anfang der 80er Jahre bis vielleicht Mitte der 90er. Mit ACDC und Deep Purple (s. Bild links) fing alles an.

Seit den 90ern habe ich natürlich nichts Seichtes/Gefälliges gehört, aber ich habe aufgehört, die aktuelle Heavy-Metal- Musik zu verfolgen. Mein Eindruck war irgendwann: So richtig viel  Neues kommt nicht mehr.... Womöglich irre ich mich. Wer weiß?

Vor allem aber ändern sich Hörgewohnheiten. Heavy Metal hat ziemlich viel mit Gemeinschaft und dem Gefühl zu tun, zu einer "eingeschworene Clique" zu gehören. Das gilt auch für Independent, Crossover und anderen eher extremen Stilrichtungen.


Gar nichts zu tun hat Heavy Metal mit den beiden M-TV-Trickfilm-Deppen Beavis and Butthead.

Ab Beginn der 90er - ich war Mitte 20 - beschäftigte ich jedenfalls zunehmend mit Underground, Indie, Crossover - und Grunge hatte der klassischen Heavy-Metal Musik für meine Begriffe den Rang abgelaufen.

Die Hochphase meiner persönlichen Metal-Geschichte spielte sich Mitte bis Ende der 80er Jahre ab.

Übrigens: Die alten Metallica-Scheiben oder die von Slayer höre ich nach wie vor leidenschaftlich gerne. Aber was jetzt, also 2008, so angesagt ist, weiß ich nicht.


Aber von vorne:
Anfang der 80er Jahre war Hard-Rock der Stil für die ganz Harten aus dem Garten.
Heavy Metal kam gerade so auf.

Hard Rock, das waren AC/DC, Kiss, Foreigner, Rainbow, Whitesnake, Saxon, Deo, Scorpions, Van Halen, Ram Jam (Black Betty), Uriah Heep, Black Sabbath, Status Quo und Golden Earring.


Heavy Metal waren vor allem Iron Maiden und Motörhead. Was ich 1982/83 als NDW- und Bowie-Hörer noch nicht wusste, war dass eine junge Band aus den USA unter der Leitung eines James Hetfield ihr erstes Album produzierte, das da hieß "Kill 'em All". Das Cover zierte schwarz-rot-weiß einen Hammer, den Schatten einer Hand und Blut, sowie den typischen, noch heute verwendeten Metallica-Schriftzug. Metallica gründeten sich im Oktober 1981 in L.A., ein erstes Live-Album hieß 1982 "Alcoholica", richtig los ging es aber mit "Kill 'em all" im Jahr 1983.

1983/84 begann meine Leidenschaft für's Harte mit AC/DC und Deep Purple, später Led Zeppelin, Black Sabbath und Aerosmith.

1985/86 beglückte ich als DJ die Fetengemeinde im Klever Jugendheim "Effa" mit Hard-Rock und Metal, vor allem in der letzten Party-Stunde.... Die Jungs brachten ihre eigenen Heavy-Metal-Scheiben mit - von Motörhead, Metallica, Slayer, Possessed, AC/DC, Megadeth, Iron Maiden, S.O.D..


Und die legte ich auf, damit die Post abging.

Von 1986 bis 1989 hörte ich selbst Speed, Thrash- und Heavy-Metal, während meiner Abi- und sich der anschließenden Zivi-Zeit. Meine Favoriten waren Metallica und Slayer, o.g. S.O.D. waren auch klasse.

Motörhead waren und sind verrucht, z.B. mit "Killed By Death":

Der Sound der neuen Bands wie Metallica, Megadeth und Slayer war vor allem eines: Schnell, anders als Punk, und er hatte nichts mit etwa den Grindcore- oder Deathmetal-Bands von heute, also 2008,  zu tun.

Wie waren "wir" Metal-Freaks sonst so drauf? Die meisten trugen keine Matte auf dem Kopf, sondern eher kurze Haare, so ähnlich wie die Metallica-Typen heute. Sweat-Shirts, mit oder ohne Metal-Motiv drauf, einfache T-Shirts, die aber meist mit Metal-Motiven, Röhren-Jeans, Turnschuhe. Bloß nicht zu schick. Wer sich aufbrezelte- wie ein Vorzeige-Metal-Freak - tat das Schlimmste in den Augen der Metalgemeindeglieder: Er war ein "Poser". Poser waren Bands wie Kiss oder Mötley Crüe und deren Anhänger. Ging gar nicht....Alice Cooper, der alte Rocker, war trotz seiner bizarren Auftritte kein Poser. Aber der war damals ja schon nicht mehr tonangebend.

Nein, wer dazu gehören wollte, musste schon "richtigen" Metal hören und sich nicht zu übertrieben kleiden oder stylen. Ich war seinerzeit eine gekonnte Mischung aus Öko und Metal-Freak. Das sagte man jedenfalls über mich...       --------->

Ich wechselte frisurmäßig zwischen kurz und langmattig, letzteres auch aufgrund meines Faibles für die Hippie-Ära der 60er und 70er Jahre und den Anfängen des Heavy Metal.

Manche kamen mit Black-Metal, spielten mit dem Tabu der Satansanbetung mit  Drudenfuß, umgedrehten
Kruzifixen sowie der Zahl 666. Letzteres war mein Ding nicht. Mit der Satansanbetung konnte ich nun so ziemlich gar nichts anfangen (weshalb ich später auch nie bei den Grufties oder Gothics irgend etwas Ansprechendes finden konnte, die zu der Zeit etwa mehr und mehr in den Straßen wandelten).

Alkohol trank ich damals nicht, auch wenn dies zum Heavy-Metal-Umfeld dazu zu gehören scheint. Heute wäre mein damaliger Lebensstil wohl mit "Straight Edge" zu bezeichnen.

Meine Heavy Metal- Plattensammlung reicht von "ganz alt" - wer weiß denn, dass die ersten richtigen Metal-Scheiben 1968 auf den Markt kamen. In dem Jahr gründeten sich Deep Purple, in dem Jahr erschien "Blue Cheer"'s "Vincebus-Eruptum", die allererste Metal-Scheibe ever (die sich vorn und rückwärts gespielt genau gleich anhörte, Blue Cheer sind heute, 2008 noch on Stage!) und in dem Jahr traten MC5 erstmals auf, eine Band aus Detroit - bis in die 90er Jahre. Dann aber wird es Overcross-mäßig.

MC5 live Oktober 1968 (!) mit "Kick Out The Jams:


Deep Purple's "Made in Japan" ist eine große Nummer, desgleichen aber auch sämtliche Led Zepelin-Scheiben. Die ersten AC/DC-Scheiben sind unerreicht, desgleichen Motörhead-Lemmy's "Bomber"

Die Pioniere des Speed-Metal sind in meinen Ohren Metallica und Slayer, S.O.D. brachten nnoch den Aspekt "in der Kürze liegt die Würze" ins Spiel. War das eine Art Punk-Speed-Metal?

Mein Pflichtprogramm im WDR von etwa 1986 bis 1995 war die Sendung "Scream", immer dienstags im Wechsel mit "Graffiti" von 22:00 bis 0:00 Uhr ausgestrahlt.



Ein politische Botschaft hatte Metal nicht. Ich war allerdings 68er-beseelt und sah darin ein Statement gegen kommerzielle Musik und Mode, immerhin.
Metallica durfte ich 1987 live erleben, auf ihrer Master of Puppets-Tour, Slayer sah ich 1989, jeweils in der Essener Grugahalle.





Zu meinen Alben gehören heute:

- Deep Purple - Made in Japan

- Deep Purple - Perfect Strangers
- Deep Purple, Fireball
- Metallica- Ride The Lightning
- Metallica - And Justice for all
- Metallica - Garage days - revisited (genial!)
- Slayer -Reign in Blood (s. Bild->)
- Slayer, Live Undead
- S.O.D. - Speak English or Die
- Whitesnake, Saints & Sinners
- D.R.I.
- Razor.
- Blue Cheer
- MC 5 - Kick out the Jams -------->
-MC5 - High Time
- Iggy & The Stooges, Raw Power
- Golden Earring, Eight Miles High
- Led Zeppelin, The Song remains The same
- Led Zeppelin (die mit "Stairway To Heaven")
- Meat Loaf, Bat Out Of Hell
- Alice Cooper

Auf Cassetten tummelten sich:

- Scorpions
- ACDC
- Metallica - Kill'em'All
- Metallica - Master of Puppets (beide Alben sind spitze!)
- Megadeth
- Sepultura
- Motörhead
- Guns'n'Roses

Gebe zu, viele "Oldies" dabei.
Nun, dann kamen die 90er, Kurt Cobain betrat die Bühne, desgleichen Smashing Pumpkins, Pearl Jam und Rage against the machine....

Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.....

M.Kupfer

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Kommentare

Ruediger Boettcher 12/05/2012 13:21

Ich war auch mal total begeisterter Metalfan mit unzähligen Konzertbesuchen. Und interessiere mich für aktuelle Musik auch kaum noch. Auf jeden Fall sehr lesenswert! Habe selbst vor längerer Zeit
für ein Fanzine eine Musiksatire über die Geschichte des Hardrocks geschrieben, die seit kurzem auch Online ist. Leserkommentare sind sehr erwünscht!!!

http://www.chippy-online.info/hardrock-chronik/

M.Kupfer 12/05/2012 14:31



mamche Dinge sterben nie aus. Was sagt Lemmy Kilmister von Motörhead  bei seinen Konzerten? "We're playing Rock'n'Roll Music..." :-)



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