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19. März 2009 4 19 /03 /März /2009 21:57
Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Der Vietnamkrieg von 1963 bis 1975 war prägendes Thema der APO in Deutschland.

Gerade im Winter/Frühjahr 1968 waren in diesem Krieg zwei Wendepunkte zu verzeichnen - die Tet-Offensive, die am 30.01.1968 startete - und das Massaker von My Lai am 16.03.1968. Dieses Kriegsverbrechen führte spätestens zum Zeitpunkt seines Bekanntwerdens 18 Monate später, November und Dezember 1969 zu einer Wende in der öffentlichen Meinung zum Vietnam-Krieg, sowohl in den USA als auch in Europa.

Am 16.03.1968 hatte eine Gruppe amerikanischer Soldaten der 11. Infanteriebrigade von Task Force Barker unter Leitung des Lieutenant Colonel Frank A. Barker den Auftrag, das kleine Dorf My Lai in der Provinz Quang Ngai einzunehmen und nach Guerilleros des Vietcong zu durchsuchen, da die Bewohner als potentielle Unterstützer des Vietcong galten.

Die Soldaten vergewaltigten Frauen und erschossen fast alle Bewohner des Dorfes: 503 Zivilisten, davon 182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 Greise. Selbst sämtliche Tiere wurden getötet. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord.


Allerdings: Der Hubschrauberpilot Hugh Thompson zwang die Soldaten durch die Drohung, seine Bordschützen mit dem MG auf sie feuern zu lassen, elf Frauen und Kinder zu verschonen, die er in Sicherheit brachte. Für ihr Eingreifen wurde die Hubschrauberbesatzung 1998 mit der "Soldier's Medal" ausgestattet.

Unmittelbar nach dem Verbrechen versuchten führende Offiziere, das Massaker zu vertuschen.

Nach offizieller Darstellung waren in My Lai rund 20 Zivilisten bei Kämpfen gegen den Vietcong unbeabsichtigt ums Leben gekommen.


Am 05.12.1969 erschien im Life-Magazin ein ausführlicher Artikel über das Massaker, auch Newsweek und Time berichteten anschließend. Die Weltöffentlichkeit reagierte schockiert.

Nur vier Soldaten wurden vor ein Militärgericht gestellt. Lediglich der befehlshabende Offizier William Calley wurde am 31.03.1971 zu lebenslanger Haft verurteilt. Diese wurde am darauffolgenden Tag
in Hausarrest umgewandelt, bevor er 1974 von US-Präsident Nixon endgültig begnadigt wurde.

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Eine berühmt gewordene friedliche aber leider nu
r symbolische Aktion für den Frieden in der Welt war im März 1969 - also vor vierzig Jahren - das BedIn mit den Worten "Bed Peace" und "Hair Peace" am Fenster des Amsterdamer Hilton-Hotels .

Nein, eigentlich war es nur eine romantische Periode, wie Yoko Ono heute sagt.

Damals ließ sich das frisch vermählte Paar Lennon/Ono vom 25.03.1969 eine Woche lang, gekleidet in Pyjamas in besagtem Bett fotografieren, filmen und interviewen.

Der Satz, der später zu einem Welthit werden würde, war: "Alles was wir sagen ist: Gebt dem Frieden eine Chance!".

M.Kupfer

 

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  • Ich bin als Rechtsanwalt tätig, habe Familie und stehe mitten im Leben, wie man so sagt. das bringt manch Chaos mit sich... aber zum Glück auch Zeit für diese Themen: Gesellschaft, Politik, Independent- und Rock,Geschichte, Kultur, Sport, "grüne"
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