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20. November 2011 7 20 /11 /November /2011 19:00
    Alle unsere Reisen nach Schweden hatten mindestens eines gemeinsam: Ein Ziel war jeweils die Halbinsel Kullen im Westen, Skåne Län.
 
Kein Hauptziel allerdings - in den Jahren 2009 und 2010 führte es uns an den "angebrochenen" Rückreisetagen auf die Halbinsel, auf der Fahrt nach Trelleborg.
 
Und 2011? In diesem Jahr haben wir uns vorgenommen, dort ein paar Tage zu verweilen, für Wanderungen an der Küste zum Beispiel.  
PICT1444.JPG
Wir buchen also gleich drei Übernachtungen im Vandrerhem in Jonstorp, ein kleiner Ort auf der Nordseite der Halbinsel. Das Vandrerhem befindet sich in einem alten Gutshof und bietet zum einen eine schöne ländliche Atmosphäre und große geräumige Zimmer mit hohen Decken und, tja, Gutshofflair eben...
 
 
 
 
Am Tag der Anreise erwartet uns viel Sonne. Aber da wir unser Zimmer noch nicht beziehen  können - am Tage zuvor hatte dort eine Hochzeitsfeier stattgefunden und die Gäste waren noch um 14 Uhr mit dem Auszug beschäftigt - suchen wir den nächstbesten Strand auf.
 
Abends, nach "Raumeroberung" und Abendessen führt es uns dann in den Badeort Moelle, wenige Kilometer entfernt von der Spitze mit Kullens Fyr, dem Leuchtturm auf den Felsen. 
 
Badeort hin oder her: So richtig geeigete Badeplätze finden wir nicht in Moelle, aber der Ort mit dem Hafen im Dämmerlicht und den am Hang gebauten Häusern hat etwas. Vom Hafen sieht man sehr schön die südlichen Ausläufer des Kullabergs.
PICT1543.JPG
 
 
Die Rückfahrt: Vorsicht, Rehe? Jedenfalls führt die Straße serpentinenhaft durch dämmrigen Wald....
 
Am nächsten Tag geht es einen Tag auf den Kullaberg, wir unternehmen eine  Wandertour entlang der nördlichen und der südlichen Flanke der Halbinsel, entlang den "roten" und "blauen" Pfaden. Diese simnd zum eine auf den im "Naturum" unterhalb von Kullens Fyr zu erhaltenden Wanderkarten gekennzeichnet, entlang der Pfade sind dann Punkte oder Pfeile in rot bzw. blau auf steine, Bäume etc. gemalt. Der rote Pfad verläuft auf der südlichen Flanke, der blaue Pfad auf der nördlichen. "Gelbe" Pfade verbinden die rote und blaue Tour. Auh hier gibt es an den Pfaden entsprechende farbliche Markierungen.
 
Vormittags ist es noch bewölkt, im  Laufe des Tages lockert es sich auf und die Sonne scheint von einem blauen Himmel. Auf dem Bergkamm hat man einen herrlichen Blick aufs Meer, von dort geht es auch hinunter ans Wasser und an die zahlreichen Grotten. Wenn es bequem verläuft, führt immerhin eine Treppe an die steinigen Strände. In aller Regel aber geht es steil auf Naturpfaden hinunter - manchmal kann man sich streckenweise an einem Seil festhalten. Die Kinder machen`s ganz hervorragend mit: Sohnemann immer voran und "tonangebend" - denn er will fast jede Grotte sehen...und seine Schwester lässt auch keinen Pfad aus...
 
Die Ausflüge sind schon lohnenswert, wir sehen die Lahibiagrottan, Josefinelust, Visitgrottan, letztere zumindest von weitem und dann - wieder - die Silbergrottan. Und bei Kullens Fyr wird auch gleich weiter geklettert.
Die Visitgrottan "heißt" auch nur so, denn wirklich besuchen können wir die jedenfalls nicht, das ist etwas für geübte Kletterer. An den Felsen der wasserumtobten Klippe (so muss das schon nennen) ist ein Pfel gemalt mit dem Wort "VISITGROTTAN", der Pfeil zeigt in luftige Höhen. Dort sind schon zahlreiche Kletterer ins Meer gestürzt, wie wir später erfahren...
 
Ich lasse erst einmal ein paar Bilder sprechen.
 
Hier geht es runter zur Lahibiangrottan....am Seil... 
 PICT1549.JPG
 
  Von hier aus sieht man "Kullens Fyr" vom Süden...
PICT1565.JPG
 Carl-Gustafs Mur durch den Wald...
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 bei Josefinelust...
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 Visitgrottan
  
PICT1709.JPG
 
bei Kullens Fyr...
PICT1797.JPG
 
Weitere Bilder zu Kullen findet ihr auch in früheren Beiträgen, zB hier, 2010...
 
Am darauffolgenden Tag führt es uns an einem sonnigen Tag nach Ängelholm an den Strand.
 
In Schweden sind zu diesem Zeitpunkt die Sommerferien zu Ende. Die Folge:Wir haben einen einigermaßen breiten Strand mit hellem feinen Sand für uns alleine.... Ein sonniger Tag ist es ....
 
PICT1840.JPG
 
PICT1871.JPG
 
Am Tag der Abreise besuchen wir einen ganz besonderen Geheimtipp an der Küste: Nimis, Ladonien
  
Dieser fantastische Ort liegt ein wenig verborgen, hinter einem Gutshof führt ein schmaler Pfad in einen trollmäßigen Wald, viel "abenteuerlicher" als der Wanderweg 2 Tage zuvor. Festes Schuhwerk ist angebracht. Der Waldpfad wird abschüssiger, steiniger, mit Wurzelwerk durchwuchert...und irgendwann, wenn man es fast nicht mehr glaubt, steht man ein wenig ungläubig vor einem grob gezimmerten Holztunnel, der aussieht, als würde er jeden Moment in sich zusammenbrechen. Bretter, dünne und dicke, lange und kurze sind zusammengehämmert wie eine alte Holzkiste, der schwedische Künstler Lars Viks hatte diesen Ort in jahrzehntelanger Arbeit gebaut - und nach einem langen Streit mit den Behörden 1996 den Mikrostaat "Ladonia" ausgerufen - der aber international nicht anerkannt wird.
 
 
Also, zum Tunnel noch einmal: Der grob gezimmerte Tunnel ist schmal und niedrig und sieht erst einmal wackelig aus - ist er aber nicht. Seit mindestens 1980 steen die gebilde dort. Der Tunnel führt also an den felsigen Strand und hier befinden sich hohe Türme - ebenso grob aus Treibholz gezimmert, wie schon der Tunnel. Eine gewisse Mystk geht von diesem Ort aus, keine frage. Am Ende befindet sich noch eine lehmburg, die ein wenig so aussieht, als habe jemand am Strand eine Schlammburg gebaut, die Spitzen wirken wie jene Strandburgen, die entstehen, wenn man ziemlich nassen Sand durch die geballte Faust auf die Sandburg prasseln lässt.
 
Wisst ihr, was ich meine? Nein? Hier ein paar Bilder:
Der Holztunnel...und der Blick ans Wasser...
 
PICT2018
PICT2020.JPG
 
 Hier ein paar Burgen aus Holz...
 PICT2039.JPG
     
PICT2059.JPG
 
...und aus Lehm und Steinen...
PICT2067.JPG
 
Und nach Nimis-Ladonien geht es noch in ein Gartencafé namens Flickorna Lundgren. Kekse und Kuchen, Kaffee aus Blechkannen (die, erwirbt man sie dort, umgerechnet für knapp 100 €/Stück zu haben sind....) inmitten eines wunderbar blühenden Blumengartens....
 
Tja, am Ende des Tages heißt es vorerst Abschied nehmen von Schweden, bis zum nächsten Mal...
 
 
M.Kupfer
 

 
 
 
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  • Ich bin als Rechtsanwalt tätig, habe Familie und stehe mitten im Leben, wie man so sagt. das bringt manch Chaos mit sich... aber zum Glück auch Zeit für diese Themen: Gesellschaft, Politik, Independent- und Rock,Geschichte, Kultur, Sport, "grüne"
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