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19. Juni 2011 7 19 /06 /Juni /2011 17:18


Schweden, die dritte...

 

Vom Vänernsee aus unternahmen wir einen Ausflug an die Westküste, unsere Ziele sind Nordens Ark und Hunnebostrand.

 

 

Nordens Ark - ein Tierpark der besonderen Art. Nordens Ark liegt 120 km nördlich von Göteborg und 200 km südlich von Oslo, also nicht zu weit von der norwegischen Grenze entfernt Außerdem liegen Kungshamn und Smögen etwa 20 km entfernt. Der Tierpark liegt an einem herrlichen Fjord.

 

Der Tag ist sonnig, wir stromern durch das Gelände, das bestens in die Landschaft integriert ist, Es gibt Wald, Feld und Wiesen. Hier leben ca. 80 vom Aussterben bedrohte Tierarten, der Tierpark versucht sein Bestes, die tierarten zu erhalten, u.A. durch Zucht und Forschung, die tiere leben in ihrer natürlichen Umgebung. Die Kinder erhalten zu Beginn einen Quizzettel, um die Fragen zu Tieren im Tierpark zu beantworten, nachher gibt es eine Urkunde.

 

 

Zu sehen sind im "Wilden Teil"  Schneeleoparden, Wolf, Luchs, Tiger, Vielfras, Eulen, Uhus, Störche, Pandas, Rentiere etc. .

 

Im Bauernhof-Teil findet man Ziegenarten, Pferde, Gänse, die rote Kuh, die skandinavische Biene, Schweine, Schafe und Enten.

 

Und auch Amphibien und Reptilien finden Platz. 

 

Der Besuch lohnt allemal, anbei lasse ich einige Bilder sprechen:



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Nachmittags ging es nach Hunnebostrand zum Baden. Hunnebostrand liegt zentral auf der Halbinsel Sötenäs und gilt als Hummerhauptstadt Schwedens. Es ist ein altes Fischerdorf mit Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert. Prägend sind die typischen bunten Holzhäuser, zwei gewaltig wirkende Hausberge - auf einen komme ich gleich noch zurück - sowie eine verkarstet wirkende Küste. Das klare Wasser an den Felsen lädt zum Baden ein. Auf den ersten Blick jedenfalls. Man watet ziemlich vorsichig - Achtung, rutschig! - von den Felsen ins flache kalte Wasser - und sieht sich sogleich von zahlreichen Quallen umzingelt. Damals las ich grad "Der Schwarm" von Frank Schätzing und versuchte deshalb leicht nervös herauszufinden, ob sich unter der Vielzahl der Quallentiere die eine oder andere "Portugiesische Galeere" verirtt hatte. Auch Seegras gab es massig, irgendwie war das Wasservergnügen nicht wirklich eines. Leider...

 

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Der Hausberg: Ich wollte dahinauf, die anderen auch- gezwungenermaßen... Die Sicht war klasse dort oben, das Problem war nur, so ganz offiziell war das nicht. Wir staksten über die Felsen, Antennenkabel und wer weiß was - und kamen über einen kleinen Umweg, nämlich durch den Garten eines an diesem Berge liegenden Hauses, wieder auf die Straße, uff...

 

Die Sicht war aber super, wie gesagt....

 

M.Kupfer

 

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7. Juni 2011 2 07 /06 /Juni /2011 22:27

Noch  ein Artikel zu unserem Schwedenurlaub 2010. Wie ich vor ein paar Tagen geschrieben habe, waren wir an der Westküste unterwegs, es begann mit Göteborg.

 

Von Göteborg aus ging es sodann für einige Tage Richtung Vänernsee. Wir fuhren mit einem kleinen Abstecher über die Inseln Tjörn und Orust Richtung Trollhättan und Vänersborg und erreichten an einem sehr regnerischen Tag - es schüttete aus Eimern - unser neues Domizil in Brålanda.

 

Gelinde gesagt ist dieser Ort ein richtiges Kaff. Meine Familie stand all dem deshalb leider ein wenig skeptisch gegenüber.

 

Das lag außerdem noch an zwei weiteren Dingen: Erstens sah das auf der Karte so aus, als läge Brålanda direkt am Vänernsee und nur wenige Kilometer von der Westküste (Skagerrak) entfernt. Und zweitens habe ich das Vandrerhem angekündigt als erholsame Herberge mit allem was das Herz begehrt, insbesondere sollten uns mehrere Räume zur Verfügung stehen.

 

Zu erstens: Brålanda liegt tatsächlich 11 Kilometer vom Vänernsee entfernt und gute 85 Kilometer von der Küste. Also, zu Fuß zum See ging nicht, soviel stand fest... Schade eigentlich!

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Und zu zweitens: Der Check-In jagte uns einen kleinen Schrecken ein: Die Dame, die extra zum Einchecken angereist kam (Mittwoch am Nachmittag) wirkte sehr britisch. Sie wurde während der Eincheck-Prozedur ein wenig nervös, denn offenbar hatte der Mensch, der seinerzeit ein paar Monate zuvor unsere Buchung bestätigt hatte, es versäumt, diese Buchung in den Kalender einzutragen. Draußen schüttete es, das Auto war voll, wir hatten keinen Bock mehr, und wollten nur noch in unsere Zimmer - und dann das!

 

Sie hat dann aber nach einigen Telefonaten eine Lösung gebastelt: Wir erhielten das Mini-Hotellet, das normalerweise als Gästeresidenz für Hochzeiten und andere  Familenfeiern gemietet wurde, zum Preis der zwei ursprünglich gebuchten Zimmer. Ein ganzer Flur mit zwei schönen Räumen, einem Bad und einer Küche für uns zu einem Spottpreis.... Auf meine Buchung für sechs Nächte reagierte die Dame mit dem Satz "It's all o.k. with you??" Oha, war das ein Griff ins Klo? Merkwürdigerweise begegnete uns in den kommenden Tagen kaum jemand in der Herberge, man fühlte sich an den Film "Shining" erinnert....

 

 

Gleichwohl, diese Phase des Urlaubs war tatsächlich die erholsamste...

 

Zum Vänernsee fuhren wir zur Badestelle in Sikhall. Achja, der Vänernsee. Ein paar Fakten anbei: Der Vänernsee  ist mit 5.648 qkm Schwedens größter Binnensee und nach dem Ladoga- und Onegasee (beide in Russland) der drittgrößte in Europa. Nur mal ein paar vergleiche: Das Ijsselmer in den Niederlanden, an dem zum Beispimm031_29.jpgiel Städte wie Amsterdam (Markermeer), Enkhuizen, Lelystad, Stavoren, Edam und Urk liegen, hat eine Gesamtfläche von ca. 1.100 qkm, der Bodensee 536 qkm.

 

Der See liegt -noch- so gerade in Südwestschweden, gelegen zwischen den Provinzen Dalsland, Värmland und Väötergötland. Wir befanden uns in Brålanda  im Dalsland, sozusagen am Südwestzipfel des Sees, Vänersborg liegt aber schon in Västergötland.

 

Der Eindruck: nett, schön, beruhigend. Als wir dort weilten, muss gerade eine Niedrigwasserphase - auf norddeutsch: Ebbe - geherrscht haben. Jedenfalls konnte man mehrere 100 Meter in den See hinein waten...Nach weiteren 100 Metern reichte das Wasser zum Saum der Badehose. Aber es hat einen Sog, und das war doch etwas tückisch. In Sikhall gibt es eine Rasenliegefläche und einen Spielplatz, über die Straße erreichte man einen Kiosk. Im Wasser kann man prima Ball spielen.
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Die nächstgelegene Stadt war für uns Vänersborg am südlichen Zipfel des Sees, nicht weit entfernt davon Trollhättan, hier wird  - oder besser wurde -  der Saab produziert.

 

Hier liegen auch zwei Hochplateaus, nämlich der Hunneberg und dePICT0470.JPGr Halleberg nebeneinander. Das besondere: Das ist eine Elchgegend! Von Trollhättan und Vänersborg aus werden Elchsafaris organisiert zwischen Juni und August. Und an einer solchen haben wir auch teilgenommen. Dazu fährt ein Bus mit Elchinteressierten auf den Halleberg, dort befindet sich ein Elchmuseum, wo eine Führung veranstaltet wird. Es gibt einen Snack, in unserem Fall Baguette-Brötchen mit Elchsalami und etwas zu Trinken. Und dann geht es los! Abends, in die Dämmerung hinein.Tja, Anfang August war jedenfalls die Elchführerin an diesem Abend "sehr unzufrieden" mit den Elchen, es war sicher die teuerste Busfahrt meines Lebens...

 

Die Kinder wollen ganz versteckt einen Elch erblickt haben - behaupten sie. Vielleicht wollen sie uns ja nicht frustrieren...

 

Abends landeten wir dann wieder in Vänersborg.PICT0640.JPG

 

 

Die Tage im Dalsland waren wechselhaft, vom Wetter her, aber erholsam. Ein Ausflug führte uns dann später an die Westküste nach Nordens Ark sowie zum Hunnebostrand. dazu gibt es einen Extrabericht.

 

M.Kupfer

 



 

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28. Mai 2011 6 28 /05 /Mai /2011 21:47

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus - ein großes Ereignis besteht in unserem Schwedenurlaub im August 2011.

 

2010 haben wir die Westküste bereist. Davon erzähle ich jetzt ein wenig, mit Bildern, in lockerer Folge..

 

Start unseres Schwedenurlaubs 2010 war die zweitgrößte Stadt, Göteborg (Jötebori oder ähnlich gesprochen...).

 

 

Start: Kiel – Göteborg, Stena Line, 23.07./24.07.2010

Wir checkten am Skandinavien-Kai in Kiel ein auf die Fähre „Germanica” von StenaLine, die zwischen Kiel und Göteborg verkehrt.  

Die Fahrtdauer: 14 Stunden. P7230375.JPG

Die Fähre wurde 1991 erbaut und steckte kurioserweise randvoll mit lauter alten Casino-Spielgeräten, die aber niemand zu nutzen schien , die Szenerie war ein wenig grotesk an Bord – überall blinkte es, dies aber ziemlich zweckfrei…

 Es gab auch ein Internet-Café mit drei PC-Plätzen, die aber einen leider nur sehr langsamen Internetanschluss boten und außerdem ständig von daddelnden Kindern belegt waren. 

Die Nacht verbrachten wir in einer ziemlich engen Binnenkabine. Irgendwie schien es auch ein technisches Problem zu geben, denn die Chip-Schlüssel versagten reihenweise ihren Dienst und mussten ausgetauscht werden. Ein weiterer Minuspunkt: Die Stellflächen im Schiff. Die Decken waren dort viel niedriger als in einer normalen Garage, man parkte so eng aneinander, dass es schwierig war, die Kofferraumklappe zu öffnen bzw. die Türen. 

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Am Morgen des 24.07.2010 erreichten wir die Schären südlich von Göteborg, wir nahmen ein reichhaltiges Bordfrühstück „auf schwedisch“ ein, mit viel Knäckebrot (!) und anderen guten Dingen.  Es  war etwas kühl auf dem „Sonnendeck“, aber die Aussicht lohnte sich, wenn uns auch der Wind um die Ohren pfiff...

 

Nach der AnPICT0047kunft:  Vom Fährhafen quer durch die Stadt ging es Richtung Norden zum Vandrerhem Kviberg, an der Regimentsgatan. Der Name erweckt Assoziationen an Militäranlagen, tatsächlich gehörten die lang gezogenen Backsteingebäude früher einmal zu einer Kaserne. 

Unser Zimmer: 2 Doppelstockbetten – von Ikea, (natürlich) – ein Tisch mit zwei Sesseln, ein Flachbildfernseher, eine kleine Garderobe, ein Fußboden mit Schiffsbodenoptik.  Das Bad mit Duschen nutzte man mit anderen Gästen auf demselben Flur. Wir versorgten uns selbst, dafür gab es im Keller eine große Gästeküche.

In die Stadt ging es mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit einer Fahrtdauer von etwa 15 Minuten. Dafür konnte man an der Tageskarten für „Västtrafik“ erwerben.

Unsere Ziele:

-         Universeum

-         Stadt, Hafen

-         Schärengarten

-         Delsjön

-         Liseberg  

 

 Das Universeum  ist ein Wissenschaftserlebnismuseum – das ist sicher die richtige Bezeichnung – mitten in Göteborg neben dem Vergnügungspark „Liseberg“, an der Haltestelle „Korsvägen“. Das Stadion Ulevi liegt nicht weit entfernt.

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Auf vier Stockwerken wird das Thema „Wasser“ anhand von nachgebildeten Landschaften, Klimazonen, Wetterregionen behandelt. In weiteren Etagen werden die Themenfelder Sport, Technik, Verkehrssicherheit interaktionstauglich dargestellt. Was heißt das genau? Die Kinder können viel spielen hier...

 

Die Stadt erreichten wir an einem verregneten Sonntag. Den ganzen Tag schüttete es – leider. Wir „retteten“ uns in eine Einkaufspassage, machten später eine Stadtrundfahrt mit einem dieser kleinen Ausflugszüge, kauften etwas ein für den nächsten Tag – und fuhren zurück ins Vandrerhem. Dort gab es zumindest eine Tischtennisplatte. Ansonsten blieb uns nichts übrig, als uns mit Spielen und Lesen den Tag zu vertreiben…

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Der folgende Tag entschädigte uns voll und ganz: Die Sonne schien, es war warm. s bestens für einen Ausflug in den Göteborger Schärengarten.

 

Südlich von Göteborg befinden sich vor der Küste eine Reihe kleinerer Inseln, der Schärengarten. Die Inseln sind teilweise bewohnt, die Bewohner leben autofrei und nutzen zur Fortbewegung und zum Transport auf den schmalen Wegen kleine Mopeds mit Ladefläche vorne...

 

Man erreicht die Inseln mit den Fähren des Nahverkehrs – Västtraffik. Die Nahverkehrstickets können hier ohne weiteres verwendet werden!

 

Die Haltstelle liegt im Südwesten und heißt Saltholmen. Wir  fuhren an diesem herrlich sonnigen Tag auf die Insel Brännö, eine der größeren im Schärengarten. Die Landschaft – einfach atemberaubend... Auf Bränno wanderten wir auf die am höchsten gelegene Stelle mit Aussicht auf die anderen Inseln und die Fährrinne. Im Café auf dem Weg dorthin gönnen wir uns Kaneelsnäcka – also die typischen Zimtwecken... Es ging über verschlungene schmale Wege über die Insel, entlang an bunten Holzhäusern hinter Hecken zum Aussichtspunkt...

Die Bilder dieses Ausflugs sprechen für sich....

 

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Delsjön

Ein sonniger Tag. Und wir fuhren auf verschlungenen Wegen durch Göteborg zu DEM Freibad-Geheim-Tipp Nr. 1 – dem Delsjön. 

An diesem herrlichen Tag erwartete uns von der Sonne bereits bestens temperiertes Wasser. Der See liegt inmitten eines großen Naturschutzgebietes, von Wald und Felsen gesäumt. Besonders schön war der Sprung von den Felsen in den See. Vorne an der Liegefläche führt ein Steg in tiefere Regionen des Gewässers, für die Kleineren aber ist es hier noch flach genug.... Insgesamt: Ein gelungener sonniger Badetag!

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City

In der City von Göteborg sehen wir den Hafen mit der Oper, dem Viermastbark sowie dem rot-weißen Hochhaus Utkiken – nebst Statue des Sängers Evert Taube, desgleichen die Fiskekyrkan (eine alte Kirche, in der sich eine Fischmarkthalle befindet), die Avenyn, die lt. Reiseführer an den Champs Elysee in Paris erinnern soll – unsere Begeisterung hielt sich allerdings in Grenzen, es war doch nur eine breite Straße in Göteborg Richtung Bahnhof....

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Liseberg

 

Last but not least bsuchten wir den Vergmügungspark Liseberg (neben dem Universeum, s.o.). Man sollte schon einen Tag Zeit einplanen. Typisches Mitbringsel: Eine Riesn -Tafel Schokolade - Marke Marabou oder Toblerone - zu gewinnen an einer der zahlreichen Spielbuden (ein derartiger Gewinn blieb uns leider verwehrt).

 

Jetzt noch ein paar Bilder aus Liseberg

 

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M.Kupfer

 

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3. November 2009 2 03 /11 /November /2009 22:00
Hier kommt mal eine überaus harmlose, aber doch erzählenswerte Geschichte aus dem familiären Alltagswahnsinn :

DAS Lieblingskuscheltier unserer Tochter ist Teddy, und das schon seit über 5 Jahren. Teddy war eigentlich mal ein Mitbringsel für unseren Sohn, als dieser vor über acht Jahren das Licht der Welt erblickte. Er gehörte zu den fünf damals geschenkten Kuscheltier-Spieluhren von "Sterntaler" und fristete, weil die anderen Spieluhren zuerst "an der Reihe" waren, bis zur Geburt unserer Kleinen vor fast sechs Jahren ein Schattendasein in einem Schrank.

Dass diese Jahre eingängigen Spiels und liebevoller Kuschelei nicht spurlos an Teddy vorüber gegangen sind, kann man sich ja vorstellen. Zwischenzeitlich mussten schon plastische Schönheitsoperationen an Pfoten und Schnauzenbereich vorgenommen werden, ansonsten - damit man den durchwetzten Stoff nicht so sieht und er überdies "geschont" wird - wird Teddy immer fürstlich gekleidet, wie man auch auf dem Bild sehr gut sehen kann.

Seit einiger Zeit löst sich leider die Gesichtshaut, äh der Gesichtsstoff brutal ins Nichts auf, weshalb man sich schon ernsthaft Sorge machen muss.

Wer also kann helfen? Ein Teddy-Doktor? Eine Adresse ist gefunden, ein Termin ausgemacht. Zu rechnen ist mit Kosten von 50,--€ aufwärts, je nach Aufwand ("Dafür gibt es dann nichts zu Weihnachten!"). Soviel hat Teddy nie gekostet, auch nicht, als er noch frisch, knackig und unversehrt war und ihn ein fesches Halstuch (wo ist das eigentlich ?) passend zum karierten Shirt kleidete... Aber das darf man ja nicht sagen, ja nicht einmal denken. Das Thema "Wann geht denn Teddy endlich zum Teddy-Doktor?" verfolgt uns einige Wochen immer wieder.

Also, der Tag ist gekommen, nachdem man beide - unsere Tochter und natürlich Teddy - mental auf die OP vorbereitet hatte. Dann stehen alle drei, also  Mama, Kind und Teddy gestiefelt und gespornt vor dem Haus des sagenumwobenen  Teddy-Doktors  und werden trotz vereinbarten Termins nicht eingelassen, da dieser Mensch gerade nicht zuhause ist. Ärgerlich! Die weite Fahrt, der ganze Aufwand und überhaupt... Das Kind hat deshalb extra den Kindergarten "geschwänzt".

Unsere Kleine sieht sich derweil um. Der Garten ist kreativ gestaltet, alte Computer stehen goldbemalt neben anderen Schrottutensilien, die ebenfalls künstlerisch drapiert sind. Puppenköpfe (!) stecken auf Pfählen, am Zaun oder in den Bäumen. Spätestens da kommt unsere Kleine ins Grübeln und stellt fest: "Macht nichts, Mama, dass der nicht da ist. HIER kann Teddy sowieso nicht bleiben!!" Spricht's, und macht sich auf den Weg. Mama kauft noch passenden Stoff für ein Heidengeld  und lässt sich von unserer Kleinen erklären, man könne ja am Computer "gurgeln", wie man Teddy zuhause operiert...

Übrigens: Nicht dass unsere Tochter kein anderes Kuscheltier hat, es wimmelt von Kuscheltieren aller Art, aber Teddy ist eben Teddy...

M.Kupfer

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22. August 2009 6 22 /08 /August /2009 21:43
Meine Frau will mit den Kindern in die Stadt. Sie muss zum Zahnarzt, anschließend sollen alle drei zum Friseur.

Kurz vor der Abfahrt
verkündet unser Sohn (8): "Mama, wir haben abgestimmt, wir zwei sind dagegen, es steht also 2:1, du bist überstimmt...!"

Da aber Demokratie in der Erziehung nur soweit reicht, wie man sie zulässt, geht es dann doch zu dritt in die Stadt, um alle Vorhaben umzusetzen ... Die Revolution folgte beim Friseur: "Wir wollen unsere Haare wachsen lassen...!" Dann halt nur die Spitzen, seufz...

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Allgemeines Eisessen. Mein Schwiegervater sagt zu unserer Tochter (5):" So ein kleines Mädchen und so ein großes Eis, wie sol das denn gehen...?" Darauf unsere Tochter:" Wieso, das ist doch Quatsch, guck mal...". Sie stellt das Eis auf den Boden sich daneben:" Na, wer ist jetzt größer...?"

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Wahlkampf. Ich habe Standdienst und muss morgens los. Zum Abschied rufe ich in den Raum, wo Frau und Sohn am Frühstückstisch sitzen:"Tschühüs, ich sage denen, ich bin auf jeden Fall gegen ein AKW in unserem Ortsteil...!" (Unser Ort ist eine Kleinstadt, in der freilich der Bau eines AKW wie überhaupt in Deutschland, absolut nicht ansteht - zum Glück - das war also nur ein Jux).

Unser Sohn, (8), beginnt darauf hin mit meiner Frau eine politische Diskussion, wie ich später erfahre... (Warum AKW, was ist das überhaupt, warum ist Papa dagegen, was heißt das, was sind Parteien, warum gibt es davon soo viele, was wollen die überhaupt....?).

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Unsere Tochter besuchte in den letzten 2-3 Wochen der Ferien einen Schwimmkurs, mit dem Ziel "Seepferdchen". Die Schwimmlehrer ließen gegen Ende erkennen, dass wohl keines der Kinder das Abzeichen machen werde, keines sei so weit... Meine Frau hatte unsere Tochter schon mental darauf eingestellt und erklärt, dass das ja auch nicht schlimm sei, das könnte man nachholen, dann gehen wir eben noch ein paar mal schwimmen und fragen mal einen Bademeister...

Am letzten Tag übernahm mein Schwiegervater den Begleitdienst ins Feibad. Als meine Frau von der Arbeit zurück kehrte, öffnete unser Sohn die Tür mit den Worten:" Mama, du musst mal kommen, Lili ist ganz fertig, sie hat ihr  Seepferdchen nicht geschafft, sie weint jetzt.." Oh je, dabei hatten wir doch alles besprochen...

Also begann sie unsere auf dem Sofa liegende scheinbar von Weinkrämpfen geschüttelte Tochter zu trösten, bis...das Gekicher aus ihr heraus bricht. "Ääätsch, Mama, guck mal was ich hier habe..!" Das war das Seepferdchenabzeichen nebst Urkunde... Unsere Kinder hatten sich nach dem Schwimmerfolg überlegt, Mama herein zu legen und die Szene sogar mehrfach geprobt...

M.Kupfer
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19. August 2009 3 19 /08 /August /2009 08:43
Meine Tochter, 5, verkündet morgens im Badezimmer:

 "Ich lass mir jetzt die Haare wachsen, und wenn ich groß bin, darf ich die auch färben, hat Mama gesagt!"

Ich: "Und, in welcher Farbe?"

Sie:"Hell-Orange, dann kann man gut spielen...!"

LG M.Kupfer
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1. August 2009 6 01 /08 /August /2009 09:27
Seit vielen Jahren führt uns der Urlaub ans Meer, tendenziell eher nord- als südwärts.

Dänemark haben wir schon mehrfach gesehen, ebenfalls die deutsche Küste an Nord- und Ostsee.

Nach sorgfältiger familienkompatibler Beratung entschieden wir uns dieses Mal für einen Urlaub in Schweden, genauer gesagt in Südschweden, also Schonen (Skåne) und Småland.

A19-1-Elch.gifSchonen hat eine sehr schöne Küste und weist  im Juli angenehme Lufttemperaturen um ca. 22 Grad Celsius auf. Wenn die Sonne richtig scheint  - und das ist dort im Sommer kein Ausnahmezustand - kann es schon mal 27 oder gar 30 Grad warm werden. Wie in Deutschland auch.



Planung und Buchung

Wir planten unsere Reise wie folgt: 14 Tage Anmieten eines Ferienhauses an der schonischen Küste, im Anschluss sollte es für einige Nächte in ein sog. Vandrerhem (entspricht der deutschen Jugendherberge) in Småland in der Nähe von Vimmerby gehen.

PICT0010.jpgDie Einreise nach Schweden erfolgt am besten mit einer Fähre, entweder über Travemünde oder Rostock, jeweils nach Trelleborg. Für uns in Nordrhein-Westfalen lag Travemünde näher. Alternativ wäre noch die Einreise über Dänemark und die Öresundbrücke denkbar gewesen, aber wer will schon 10 Stunden und mehr im Auto sitzen?


Die Buchung aller Leistungen erfolgte dieses Mal  ausschließlich über das Internet. Es war dabei schon etwas merkwürdig, von DANCENTER oder der TT-Line bzw. dem Vandrerhem in Eksjö jeweils eine Email zum Ausdrucken als einzige Buchungsbestätigung zu erhalten. So ein loser Zettelausdruck sieht ja im Gegensatz zu den auf farbigem Papier mit zig Unterschriften versehenene Buchungsunterlagen aus den Reisebüros immer so ein bisschen poplig aus.

Aber was soll's: Weder Lug noch Trug, das hat alles optimal geklappt. Die TT-Line nahm beim Check-in unseren losen, zerknitterten Zettel und gab uns dann die Bordkarten nebst Schlüssel für die Kabine, der schwedische Vermieter wollte unseren Zettel erst gar nicht sehen und die Empfangsleute beim Vandrerhem haben uns als gebucht vermerkt und uns ohne Weiteres unser Zimmer gegeben. Niemand hat etwas vergessen, fehlgebucht oder sonst wie vermasselt, so soll es auch sein.


Unser Ferienort: Abbekås

036_33.jpgBei der Recherche nach einem Ferienort fiel unsere Wahl auf den Ort Abbekås. Wir haben von dem Ort nie zuvor gehört, wie auch. Dabei handelt es sich um ein altes kleines Fischerdorf mit gegen Null tendierendem Tourismus, direkt an der Ostsee zwischen Trelleborg und Ystad gelegen.


Einige Kilometer weiter westlich, auf dem Weg nach Trelleborg am Riksvägen 9  liegt Smygehuk, eine Landzunge und der südlichste Zipfel Schwedens. Die Wahl für den Ort ergab sich nicht, weil wir diesen so spannend fanden, sondern weil wir an das Ferienhaus einige Anforderungen stellten:  Angenehme Größe, zwei Schlafzimmer, Garten, Waschmaschine, Nähe zum Strand Ystad_Abbekas.jpgund zum Einkaufen und natürlich der Preis.

Und ein solches Haus befand sich eben in Abbekås.

Das Haus - Bj. 1965, Holzbau, Einrichtung aus den 70er Jahren, am Golfplatz gelegen - war nett, hatte aber seine Tücken. Ganz oben auf der Liste der Haustücken stand das Chemieklo, das Thema aber wollen wir nicht vertiefenicon_redface.gif.

Ansonsten konnten wir uns nämlich nicht beschweren!

Wie gesagt, Abbekås ist touristisch noch nicht erschlossen.. PICT0045.jpg
Wir trafen dort nur auf zwei Deutsche - das waren aber Auswanderer...

Der Laden vor Ort - "Handlar'n", ein kleiner Supermarkt - machte nicht vor 9 Uhr auf, hatte dafür aber auch sonntags geöffnet. Deutsche Zeitungen gab es nicht, auch kein Internetcafé, was aber dem Erholungswert dieses Urlaubs nur zugute kam... (wen interessiert schon ernsthaft Ullas Dienstwagen in Spanien oder wo Michael Jackson's Nase geblieben ist...?)


Man grüßt sich mit "Hej" - einem Wort, das wir Deutsche als vertraulichen Gruß gegenüber lieben Leuten kennen oder als mantafahrermäßige Beschwerdeäußerung á la "Ey!" - wobei "Hej" in Schweden einfach "Hallo" heißt. In den Wallanderkrimiverfilmungen hört man diesen Gruß auch immer wieder.

Vor den Haus- und Wohnungstüren zieht man sich die Schuhe aus.

PICT0038.jpgEs gibt in unserem Ferienort einen Strand, der sich aber wegen der vielen Steine und des Tangs leider nur bedingt zum Baden eignet.

Der Yachthafen ist heimelig und bietet ein bisschen Gastronomie sowie eine kleine Badestelle mit einem Steg.




Ca 2- 3 km weiter östlich Richtung Ystad aber befindet sich einer der schönsten Sandstrände Schonens - der Mossby-Strand (der übrigens in dem Henning-Mankell-Krimi "Hunde von Riga" eine gewisse Rolle spielt....).
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Feiner Sandstrand, Dünen, kein Tang , keine Steine. Unsere Kinder haben hier den größtmöglichen Spaß - wir natürlich auch - da der Strand flach abfällt und man auch 20 m vom Trockenen entfernt nur bis zur Hüfte ins Wasser kommt. An windigen Tagen gibt es klasse Wellen. Wenn man diese Kunst beherrscht, kann man auch (Lenk-)Drachen steigen lassen...

Es gibt wie an den meisten schonischen Sandstränden auch hier übrigens keine Strandkörbe oder sonstige übliche Strandinfrastruktur wie z.B. an den deutschen Küsten oder in den Niederlanden.

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Die einzige Strandinfrastruktur besteht  in einer "Kaffestuga" und Toiletten ("Toaletts") sowie etwas weiter entfernt einer Fischräucherei.





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Die Landschaft Südschonen


In Südschonen beginnt die über einhundert Jahre alte Geschichte von Nils Holgerson und den Wildgänsen von Selma Lagerlöf, die ihrerseits in Landskrona nördlich von Malmö an einer Mädchenschule lehrte. In Mölle, einem Badeort im Nordwesten Schonens nahe der Halbinsel Kullen (auf die ich nachher noch zu sprechen komme), schließt sie das Werk im November 1906 ab.

PICT0197.jpgVon Smygehuk aus fliegt der von einem Wicht auf Däumlingsgröße verwandelte Nils Holgerson mit den Wildgänsen über ganz Schweden hinweg bis in den äußersten Norden nach Malmberget. Selma Lagerlöf beschreibt dabei die Landschaften aus der Perspektive des auf der Gans fliegenden Winzlings, der sich beim Flug über Schonen amüsiert über die vielen bunten Vierecke dort unten - ganz anders als das sonst dicht bewaldete und mit kleinen Seen versehene Schweden ab Helsingborg aufwärts.

Es heißt, Schonen habe vielmehr von Dänemark und Deutschland, in Schonen habe man "Schweden hinter sich gelassen". Hier sei das "weit zur Welt geöffnete Fenster Schwedens".  Die dänische Hauptstadt Kopenhagen ist  von Ystad binnen 1,5 bis 2 Stunden zu erreichen, die schwedische Hauptstadt Stockholm liegt über 700 km weiter nördlich, eine Tagesreise.


Die nächste größere Stadt: YstadPICT0073.jpg

Ca 12 km von Abbekås entfernt liegt Ystad. Die Stadt dürfte Krimikennern ein Begriff sein - der schwedische Schriftsteller Henning Mankell siedelt das Geschehen um Kommissar Kurt Wallander in Ystad an.
In den Krimis wird die Stadt als sehr düster  und deprimierend beschrieben. Den Eindruck aber können wir nicht bestätigen, zumindest nicht nach unseren Besuchen an sonnigen Sommertagen.

Ystad ist eine kleine, gemütliche Stadt mit sehr angenehmem Flair. Sie zählt ca. 27.000 Einwohner und hat einen schönen AltstaPICT0085.jpgdtkern mit florierendem Einzelhandel.



Gleichwohl begaben wir uns auf die Spuren von Kommissar Kurt Wallander. In "Fridolfs Konditori" unweit der Tourist-Info und des Hafens bzw. des Bahnhofs genehmigten wir uns "Kaneelsnäcka", die für Schweden so typischen Zimtschnecken. Es gibt dort sogar ein - sehr üppiges - Gebäck, das nach Kurt Wallander PICT0074.jpgbenannt ist.


PICT0419.jpgWir besuchten zudem die Cineteket - ein Erlebniscenter für Film  - sowie die Ystad-Studios. Hier finden sich die Kulissen aus den Wallanderkrimis, die bekanntermaßen mit drei verschiedenen Hauptdarstellern verfilmt wurden - Rolf Lassgård, Kenneth Branagh (BBC) und seit 2005 Krister Henriksson. Dabei wurden die Filme mit Rolf Lassgård als Kommissar Wallander gar nicht in Ystad gedreht.

Wir ließen uns die Kullissen der Polizeistation (mit Empfang, Besprechungsraum PICT0420.jpgund Büro) zeigen, außerdem einen Teil aus Wallanders Wohnzimmer. Hier kann man sich in den Sessel setzen oder die Bilder und Bücher in den Regalen durchstöbern. Auch ein Landschaftsbild mit einem Auerhahn (von Kurts Vater) ziert die Wand. In den neueren Verfilmungen wird Wallander nach Svarte ziehen - ein kleiner Ort am Oststeestrand zwischen Ystad und Abbekås.

In einem Film erfuhren wir von der - echten - diensthabenden Hauptkommissarin aus Ystad, dass es seit 2000 lediglich acht Morde bzw. Tötungsdelikte gab, die Stadt ist also keineswegs so kriminell.... Jeder 5te Einwohner in Ystad war dafür irgendwann einmal Statist in einem Wallanderfilm (auch die Kommissarin).


Ales Stenar und Kåseberga

15 Kilometer südöstlich von Ystad, nahe Kåseberga, auf einem ca. 37 Meter hohen, grasbewachsenen, zum Meer steil abfallenden Hügel an der Ostsee findet sich "Ales Stenar". Das schwedische Stonehenge.

029_26.jpgHier steht die größte Schiffssetzung Schwedens mit 59 - ursprünglich 60 - säulenmäßig gehauenen Felsen, die sehr an Obelix' Hinkelsteine erinnern. Das 67 Meter lange Steinoval in Bootsform wurde schätzungsweise 600 nach Christus errichtet.


Der Zweck dieser Schiffsetzung ist bislang unklar, Gebeine wurden bei Grabungen nicht gefunden. Eine Kultstätte? Oder ein Denkmal für ein auf dem Meer gebliebene Schiffsmannschaft? Oder gar eine Sonnenuhr? Tatsächlich zeigen die größten Steine an den Steven (Bug und Heck) in Richtung Sonnenauf- und untergang zum Zeitpunkt von Sommer- und Wintersommerwende.

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016_13.jpgVon Ales Stenar aus führte uns unser Sohn Richtung Klippe, dort kletterte er mit uns im Schlepptau - unsere Tochter auf dem Po hinunter rutschend, wir Großen aufgrund des Picknickgepäcks und der Fotoausrüstung gefährlich schwankend und stolpernd - einen mit einem Trampelpfad versehenen, steilen, holprigen Abhang  an einem Zaun entlang hinunter direkt ans Wasser, wo ein schmaler Weg am Kiesstrand nach Kåseberga, bzw. zu dessen Hafen führt.
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Dort gibt es eine prima Fischgastronomie, wenn es auch auf den ersten Blick nicht wirklich so wirkt.
Es lohnt sich aber, bei einem frisch zubereiteten Lachsburger oder anderen geräucherten Fischspezialitäten zu pausieren und den Blick über das Wasser schweifen zu lassen.

Seinen Abschluss fand dieser Ausflug bei bestem Sommerwetter am weiten Sandstrand in Sandhammeren, einem sehr lohnenswerten Badeziel.


Malmö

005_2.jpgDie drittgrößte Stadt Schwedens liegt ca. 1,5 Stunden von Ystad entfernt. Sie liegt im Südwesten Schonens, gegenüber Kopenhagen. Die Städte werden durch die im Jahr 2000 fertig gestellte Öresundbrücke verbunden. Malmö ist Hauptstadt der heutigen Provinz Skåne län. In der drittgrößten Stadt Schwedens leben aber weniger Menschen als in Bielefeld.... 

Die Stadt ist industriell geprägt und eine beliebte Einkaufsstadt, verfügt aber aufgrund einer Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern und gepflasterten Straßen und PlPICT0206.jpgätzen, den Parks sowie den Kanälen über ein sehr schönes Flair.


In Malmö angekommen verwirren die zahlreichen für Schweden typischen Kreisverkehre. Dabei sind sie nach dem zweiten Hinschauen logischer als die Verkehrskreisel in Deutschland: Man muss aufgrund der sehr deutlichen und warnenden Beschilderung und der Zeichen auf der Straße auf jeden Fall warten, bevor man in den Kreisel hineinfährt, in Deutschland ist man sich dagegen nie sicher, ob der Wartende nicht doch noch versucht, vor einem in den Kreisel einzufädeln.
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Das von uns aufgesuchte erstbeste Parkhaus in der Innenstadt schien für unseren Wagen eine Kleinigkeit zu eng zu sein, wir kamen aber ohne Schramme hinein und auch wieder heraus, wenn auch die Radioantenne unseres Zafira gefährlich an der Decke kratzte....



007_4.jpgWir gelangten über den  "Lilla Torg" (Kleiner Platz) und den "Stortorget" (Großer Platz) am Rathaus vorbei zu Bahnhof und Hafen. Die Sonne schien von einem blauen Himmel. Wir entschieden uns für eine Bootstour durch den Hafen und die zahlreichen Kanäle der Innenstadt. Was wir bisher nicht wussten - im Hafengebiet steht Schwedens größtes Hochhaus, der im August 2005 eingeweihte  "Turning Torso", der sich bei einer Höhe von 190 Metern vom Erdgeschoss bis zur Spitze um 90° Grad dreht.

Die Stadt  ist geprägt von viel Grün und im Stadtkern dominiePICT0208.jpgren Fachwerkhäuser zum Teil aus dem 16. Jahrhundert, so  stammt  etwa das Rathaus am Stortorget (Rådhuset) aus dem Jahr 1546, wurde aber immer wieder umgebaut. Ebenfalls am Storteget befindet sich das älteste Fachwerkhaus aus dem Jahr 1558 sowie eine Apotheke aus dem Jahr 1571.

Eigentlich suchten wir dann am Lilla Torg  die alten Markthallen, in denen man laut unserem Reiseführer von "Dumont" einkaufen und speisen kann, wir wurden fündig, stellten aber fest, dass das Haus gerade restauriert wird.

PICT0207.jpgAllerdings findet sich am Lilla Torg auch "Hedmanska Gården", ein wunderschöner Innenhof aus dem 16. Jahrundert mit seinen Archítektur-, Design- und Kunstaustellungen sowie einem Café.

Nach einem Besuch des Malmöhus - das Schloss, das mehr an die Speicherstadt in Hamburg erinnert und als Museum genutzt wird (Ausstellung im Sommer 2009: Südafrika, Nelson Mandela) ging es wieder zurück nach Abbekås...



Stenshuvud und Glimmingehus
PICT0227.jpgStenshuvud ist ein Nationalpark an der schonischen Ostseeküste, aber genau entgegen- gesetzt zu Malmö, also an der Küste, die zum Baltikum. weist,

Der Park liegt südlich von Kivik. Er besteht aus Wäldern, Sümpfen, Sandstränden und einem Berg, der mit 97 Metern Höhe als Landzunge weit ins Meer vordringt.

Ein schöner Wanderweg führt durch das an einen Trollwald erinnende dichte Grün.

Von oben hat man eine tolle Sicht - bei schönem Wetter kann man im Süden die dänische Insel Bornholm sehen... Auch bekommt man einen Eindruck vom übrigen, bewaldeten Schweden. Symboltier des Nationalparks ist übrigens die Haselmaus.PICT0237.jpg

Das Naturum, das Besucherzentrum ist ca. 2,5 km von der Hauptstraße entfernt. Von hier gelangt man auch hinunter zum Strand,  wobei wir zwar hohe Temperaturen, aber auch dichte Bewölkung erlebten.

Wir retteten uns deshalb in die etwas weiter oben an der Straße zum Naturum liegende "Kaffestugan Annorlunda". Hier gibt es von Mitte Mai bis August täglich Kaffe und Kuchen bzw. Gebäck ohne Ende zum Festpreis. Dafür war das eigentlich gemütliche Lokal auch rappelvoll.

 

 

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PICT0265.jpgAuf dem Weg zurück machten wir einen Abstecher nach Glimmingehus, der besterhaltenen Burg Skandinaviens aus dem Mittelalter. Sie liegt zwischen Ystad und Simrishamn in der Region Österlen, etwas abseits des Riksvägen 9 in der historischen südschwedischen Provinz Schonen. Es ist die Burg des dänischen Ritters Jens Holgersen Ulfstand und seiner Familie. Schonen gehörte seinerzeit zu Dänemark. Erst 1658 - Frieden von Roskilde - wurde Schonen schwedisch.

Der Bau der Burg begann im Jahr 1499. Funde archäologischer Grabungen beweisen, dass der Haushalt auf Glimmingehus sehr exklusiv war. Hier gab es mehrere der teuersten Gegenstände, die man zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Europa kaufen konnte, unter anderem venezianisches Glas, gepresstes Glas aus dem Rheingebiet und spanische Keramik.

PICT0270.jpgAuf Glimmingehus finden regelmäßig Turnierspiele und mittelalterliche Märkte statt, hier kann man Ausstellungen besuchen, Gauklern und Narren zuschauen oder mit Pfeil und Bogen schießen.

Bei einer englischsprachigen Führung, der wir uns anschlossen, erfuhren wir,  hinter einer in die Wand eingelassene Steintischplatte wohne der Geist eines jungen Mädchens, der nachts herumspuke, desgleichen der Geist eines Pferdes.

Dass die Burg kaum einzunehmen war, glauben wir gerne: Sie ist  schwer zu finden, denn nicht Türme und hohe Mauern sind prägend, sie ist ein trutziger Bau, der mehr an ein altes Gutshaus erinnert. Innen sind die Treppen mit unterschiedlich hohen Stufen ausgestattet, so dass etwaige Angreifer sich bereits hier die Knochen brechen können. Aus den Räumen, die ans Treppenhaus grenzen, konnten die Verteidiger durch kleine Schießscharten in das Treppenhaus hinein schießen...


Höllviken/Foteviken

PICT0360.jpgEs geht weiter mit wehrhaften Anlagen und schwedischer Kampfgeschichte: Südlich von Malmö und etwas westlich von Trelleborg gelangt man auf die Halbinsel Falsterbo. Man passiert dabei den Ferienort Höllviken sowie das Freilichtmuseum Foteviken, in dem ein Wikingerdorf nachgebaut ist und einige mutige Leutchen als Wikinger verkleidet leben und arbeiten.

PICT0370.jpg23 Nachbauten von Häusern aus der Wikingerzeit und dem frühen Mittelalter sind hier mittlerweile zu bestaunen. Die "echte" Wikingergemeinde pflegt die alten Bräuche, das Handwerk und die Traditionen und stellt diese den Besuchern vor.

Tatsächlich gibt es hier viel zu sehen: Eine "Stadtmauer" nebst Türmen, die Handwerkshäuser der Kürschner, Schmiede, Tischler, Töpfer, Valhalla, eine Küche, Häuser von Kriegern, ein Hexenhaus, eine Kultstätte.

PICT0365.jpgSogar kleine Holzboote, mit denen die Wikinger fischen konnten wurden in Foteviken auf althergebrachte Art mühevoll nachgebaut.

Zwischendurch laufen als Wikinger verkleidete und handwerklich tätige Mitglieder der Gemeinde herum. Von hier sieht man auch die Öresundbrücke nach Dänemark.

Wer noch mehr erfahren möchte, kann in Malmö das Koggenmuseum besuchen.




Småland
landkartevimmerby.gif - zwischen Eksjö und Vimmerby

Die Zeit im Ferienhaus endete, es  begann der zweite, kürzere Abschnitt unsere Reise. Es ging ca. 400 km weiter nördlich nach Småland. Unser Domizil war dort das "Vandrerhem" im Städtchen Eksjö.

Diesen weiteren Abstecher bereuen wir ganz sicher nicht, denn man bekommt ab Helsingborg noch einmal einen ganz anderen Eindruck von Schweden. Nach der hellen und flachen schonischen Landschaft beginnt der Wald . Hier begriffen wir erst, warum man in Schonen "Schweden hinter sich gelassen" haben soll.
Außerdem ist das Städtchen Eksjö eine wahre Perle, ebenfalls das Vandrerhem, das sich in einem für die PICT0453.jpgStadt so typischen Holzhaus aus dem 17. Jahrhundert befindet. Wir mieteten uns hier für drei Nächte ein, da wir Vimmerby sowie "Astrid Lindgrens Värld" besuchen wollten (ca. eine Autostunde entfernt). Frühstück gab es für uns im "Stadshotell" am Stortorget.

Aber nun noch einige Worte zur Fahrt von Abbekås nach Eksjö:

Autofahren in Schweden ist unglaublich entspannend. Es ist so gut wie nichts los auf den Autobahnen, außerdem gibt es eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, deren Einhaltung zwingend empfohlen wird. Jenseits der Autobahnen liegt die Höchstgeschwindigkeit bei maximal 90 km/h. Mit 120 km/h kann man herrlich cruisen und spart dabei auch noch Treibstoff. Niemand drängelt oder fährt sonstwie aggressiv.

Wir fuhren  zig Kilometer durch waldreiches Gebiet, ohne dass wir einer Ortschaft gewahr wurden. Eigentlich gut - andererseits kam manchmal ein wenig Stirnrunzeln auf? Was ist, wenn einem hier die Karre stehen bleibt, weil der Motor versagt? Das aber passierte zum Glück nicht.

Bei Jönköping erblickten wir den gewaltigen Vätternsee. Ansonsten erinnerte fast jedes Haus in der Landschaft an die Villa Kunterbunt, an das Haus von Findus und Petterson, an Bullerbü oder Katthult: Die Häuser sind aus Holz, zweieinhalbgeschossig, bunt gestrichen (blau, rot oder gelb) und besitzen eine Veranda nach vorne hinaus.


Eksjö

PICT0422.jpgUnser Sohn kletterte in sein Stockbett in unserem Zimmer im Vandrerhem, warf sich auf den Rücken, fuchtelte mit den Beinen in der Luft herum und rief "Ich fühl mich hier soooo wohl....!"

Das konnten wir nachempfinden.Die Altstadt von Eksjö besteht aus Holzhäusern, nur die Kirche und das Rathaus bzw. das  "Stadshotell" sind aus Stein.
Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster führen an den bunt gestrichenen Holzhäusern teils aus dem 16. Jahrhundert vorbei. Auch zwei Seen liegen in erreichbarer Nähe.

Das Vandrerhem liegt mitten in der Stadt, Zum Einchecken geht es in die TouristInfo.

Hier noch einige Bilder aus Eksjö, einfach zum Ansehen:

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Vimmerby: Astrid Lindgrens Värld alv_Symbol.jpg







Das Örtchen Vimmerby stand auf unserem Reiseplan, weil dies die Geburtsstadt Astrid Lindgrens ist und weil hier viele ihrer Geschichten spielen So ist Vimmerby z.B. die "kleine, kleine Stadt" bei "Pippi Langstrumpf", hier verfolgen sich die weißen und die roten Rosen in den Geschichten um "Meisterdetektiv Kalle Blomquist", hier besucht Michel (eigentlich Emil) den Bürgermeister während seiner Feier zum 50. Geburtstag - mit einem Pferd....

PICT0466.jpgAußerdem liegt hier Astrid Lindgrens Värld, ein Erlebnispark zu den Büchern Astrid Lindgrens. Wer sich in der Literatur Astrid Lindgrens auskennt, wird hier vieles Bekannte sehr liebevoll aufbereitet wiederfinden. Wer nur Pippi Langstrumpf kennt, für den ist der Park vielleicht ein bisschen zu anstrengend, man kann aber einige Figuren/Storys neu kennen lernen.


Der Besuch eignet sich besonders für Familien mit Kindern im Kindergarten- bzw. in der Grundschule. Der Besuch ist leider nicht sehr günstig, eine Familienkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder kostet im Sommer 2009 840 Kronen, umgerechnet 82 €.
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Aber: Er lohnt sich, wenn man einen ganzen Tag dort - Öffnungszeiten 10.00 - 18.00 Uhr - einplant. Zu raten ist auch dazu, genügend zu Essen mitzubringen. zwar gibt es hier hinreichend Gastronomie (Imbissbuden, Cafés, Restaurants...), aber man muss sich ja nicht noch unnötig weitere Kosten aufhalsen.

Übrigens hatte Astrid Lindgren in ihrem Testament über das Konzept des Parks verfügt.

Riesenräder und Achterbahnen sucht man hier vergebens, dafür können Kinder ohne Ende spielen und Freilichttheater sehen

Gleich am Eingang betritt man die Krachmacherstraße - (Bråkmakargatan) bzw. die Kulissen für die Anfang der 90er Jahre gedrehten "Lotta-aus-der-Krachmacherstraße"-Filme.
Tante Bergs Haus  - rot, weiße Veranda - liegt neben dem von Lottas Familie - gelb - , zwischen den Häusern kann man durch lose Latten im Zaun wechseln - wie in den Geschichten.

 


In Tante Berg's Haus blickt man in deren Wohnzimmer, man hört ein Gespräch zwischen Tante Berg und Lotta (vom Band).PICT0470.jpg
In Lotta`s Haus blickt man in die aus den Filmen bekannten Räume - Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer....
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Auch andere Gebäude erkennt man wieder. In "A. Larsson's Konditori" (mit teils altmodischem Mobiliar) erhält man tatsächlich Kaffee und Kuchen, in "Vassilis" gibt es Süßigkeiten und bei Blomgren (Tankstelle und Kiosk mit waschechtem Buckelvolvo) befindet sich die Information.

Überhaupt findet man in der Krachmacherstraße auch Gelegenheit zum Erwerb von allerlei Mitbringseln und Devotionalien, man findet einen Buchladen, der entsprechende Lindgren-Literatur in mehreren Sprachen bereit hält.

Die Krachmacherstraße hat einen Hügel (von dem Lotta mit Tante Berg's Fahrrad im Affentempo herunter rast , um dann ins Gebüsch zu fliegen). Hier treffen wir die "Prüsseliese" , die  - altmodisch gekleidet - die Besucher fragt, ob jemand Pippi gesehen hätte, da sie die ins Kinderheim bringen wollte...PICT0477.jpg
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Rechts liegt das Café Saltkrokan (bei dem man eine "Fahrt" durch die Schären bzw. viele Szenen der Saltkrokan-Geschichten unternehmen kann), es findet sich weiter oben eine Miniaturausgabe vom Vasaviertel nebst Karlsson's Haus oben drauf (mit liebevoll gestalteter Inneneinrichtung), Nils-Karlsson's Haus mit überdimensionierten Möbeln, neben und auf denen sich auch Erwachsene wie Zweijährige fühlen dürften, Michels Katthult, Villa Kunterbunt nebst Hoppetosse, man begegnet Oskar und dem Landstreicher und Karlsson vom Dach.
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Die Büllerbühäuser, PollyPatents Welt, Vimmerby von 1927 (mit einigen szenischen Nachbildungen in den Häusern, wie z.B. den berühmten Pippi-Bonbon-Kauf oder Michels Besuch beim Bürgermeister - mit Pferd) und die Krachmacherstraße gibt es ein weiteres Mal im Miniaturformat.

Auch die Brüder Löwenherz mit dem Kirschblütental sowie dem Heckenrosental sind vertreten - hier befindet sich auch die große Bühne. Außerdem führt - wie in der Geschichte - ein Geheimgang aus einem Schrank in Großvater Mathis` Haus vor die Stadtmauer.

Freunde von Ronja Räubertochter finden eine liebevoll gestaltete "Mattisburg" zum Klettern.  Madita, Lisa und Abbe wohnen in einer Miniaturversion von Birkenlund ("Junibacken").

007_4A.jpgÜberhaupt findet überall irgendeine Darbietung von Szenen aus den Lindgrenbüchern statt, sei es, dass Pippi gegen die Piraten kämpft, Alva bei Madita beim Herbstball im "Stadshotellet" mit dem Schornsteinfeger tanzt, Michel vor seinem Papa wegläuft oder aus der Suppenschüssel gerettet werden muss, dass Ronja Räubertochter in der Mattisburg auf Birk trifft oder Karlsson Fräulein Bock und Onkel Julius mit Wecken "tirritiert" oder als Schreckse schabernackt....

Die Kinder können auf einem raffiniert gestalteten Parcours "nicht den Boden berühren" spielen...


Der Tag war jedenfalls voll und anstrengend, um 18.00 Uhr war es wirklich Zeit, begeistert nach Eksjö zurück zu fahren.



Das Fazit: Sehr lohnenswert, vor allem mit Kindern im entsprechenden Alter.

Und: Man muss sich schon mit den Lindgren-Geschichten etwas auskennen, dann macht der Besuch  wegen des hohen Wiedererkennungswertes und der liebevollen Gestaltung sehr viel Freude.

008_5A.jpgDas Mini-Rathaus von Vimmerby gibt es weiter unten auch in "echt"
PICT0486.jpgVasaviertel mit Karlsson's Haus und Rutschbahnen
PICT0485.jpgInneneinrichtung von Karlsson's Haus
PICT0490.jpgMichel (Emil) liest Zeitung (Mit "Mysse" und "Bysse")
PICT0499.jpgKarlsson vom Dach schabernackt Fräulein Bock
PICT0508.jpgHoppetosse vor der "Villakulle" (Kunterbunt)

Vimmerby (Stadt) und Bullerbü

PICT0528.jpgNatürlich besuchten wir auch Vimmerby selbst. Zunächst ging es nach Näs - dem alten Pfarrhof, einst vor den Toren der "kleinen, kleinen Stadt" gelegen, nun ein Teil der mittlerweile mittelgroßen Stadt...

In Näs wurde Astrid Lindgren geboren.



Um das Haus bzw. das alte Anwesen herum befindet sich ein Kultur- und Studienzentrum, in das die alten Häuser eingebettet sind.

"Boa på Näs", das Vorbild für Michels Tischlerschuppen, ist ein Kunst- und Handwerksladen, den Verwandte von Astrid Lindgren führen. Dort werden u.a. Astrid-Lindgren-Bücher mit einzigartigen Exlibris und Namensstempeln verkauft. Das Elternhaus ist in Form von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Besuch hier vermittelt einen besonderen Eindruck von dem Milieu, das Astrid Lindgren und ihr gesamtes literarisches Werk geprägt hat.
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Im alten Pfarrhof wurden nun ein Wissenszentrum und ein Museum eingerichtet, die Astrid Lindgrens Person und Werk gewidmet sind. Sie stellen eine wichtige Ergänzung der Einrichtungen dar, die es bereits in Vimmerby gibt.

Das Museum in Astrid Lindgrens Näs wird Ausstellungen über Astrid Lindgren und ihr Engagement für verschiedene politische Fragen zeigen.

Es informiert auch über die lange Geschichte des Hofes und den Platz der Familie Ericsson (Astrid Lindgrens Mädchenname) in der Geschichte von Vimmerby.


Der Schwerpunkt dürfte auf der Schriftstellerin und Wortkünstlerin Astrid Lindgren liegen, aber auch auf der Meinungsmacherin, Demokratin und Kinderfreundin. Im Garten findet man die große Ulme, das Vorbild für Pippi Langstrumpfs Limonadenbaum und das Denkmal "Quelle Astrid".

 

Man findet im Garten hinter der Scheune alte Spielsachen, so etwa Stelzen und ein an einem Baum geknüpftes dickes Seil zum Schaukeln.

PICT0541.jpgDas Stadtzentrum wirkt leider nur in einer Straße - Storgatan - so, wie man sich Vimmerby vorstellt, und die ist leider nicht einmal verkehrsberuhigt. Man kann Vergleiche mit der Miniaturausgabe aus dem Erlebnispark anstellen, was zum Teil auch gelingt.

Fast meint man, dass hier irgendwo der Bonbonladen auftauchen müsste oder die Prüsseliese und Kling und Klang ...

Vimmerby ist eine der ältesten Städte Schwedens (ca. 1100 gegründet).
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Entlang der Storgatan, westlich vom Marktplatz, sieht es noch immer so aus wie im 17. und 18. Jahrhundert.Sie führt vorbei an dem Haus des Bürgermeisters (mit Michels Pferd), am Haus von Kalle Blomquist - leider an keinem Bonbonladen vorbei-  in Richtung Stortorget mit dem alten Rathaus (das aussieht wie das Miniaturgebäude im Erlebnispark) und dem Stadshotellet, in dem bei Madita Alva mit dem Schornsteinfeger tanzte. Auf dem Platz sind die Miniatur-Bullerbü-Häuser aufgestellt sowie die Hoppetosse zum Spielen für die Kinder.

PICT0539.jpgKalle Blomquist's Haus

PICT0545.jpgVimmerby's altes Rathaus in echt (s.weiter oben:Miniatur)

PICT0548.jpgStadshotellet
PICT0551.jpgMini-Bullerbü in Vimmerby
Schließlich begaben wir uns noch zum Friedhof mit Astrid Lindgrens Grab. Dort finden wir auch die Grabstätte ihrer Eltern sowie die ihres Bruders Gunnar und ihrer Schwester Stina. Vis á vis zum Grab befindet sich eine Bank sowie ein Briefkasten.

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Hier können Besucher Nachrichten für die Verwalter des Erbes Astrid Lindgrens hinterlassen, was wir auch taten...

PICT0576.jpg15 km östlich von Vimmerby liegt Bullerbü. Nein, eigentlich heißt der Ort Sevedstorp.PICT0575.jpg
Die drei kleinen Höfe - rote Holzhäuser mit weißen Veranden und großen Gärten - sehen aus wie aus dem Bilderbuch.

Astrids Vater Samuel August ist hier groß geworden. Ohne Zweifel fand Astrid Lindgren hier auch die Ideen für ihre "Kinder aus Bullerbü". Die berühmten Bullerbü-Filme aus dem Jahr 1986 wurden  hier gedreht. In Bullerbü gibt es ein Café mit dem Namen Sörgarden, außerdem gibt es dort einen Souvenir, Handwerks- und Kunstladen. Die Kinder können im Heuboden toben und in einem ausgehöhlten Baum neben dem Heuschober klettern.

Eigentlich hätte man noch nach Rumskulla fahren können, denn hier befindet sich der Hof Katthult, Wohnort von Michel (der in Schweden Emil heißt). Aber das haben wir dann gelassen, der Ort liegt 9 km von der 33 entfernt. Stattdessen besuchten wir in Mariannelund die Karamelkokeri, eine kleine unscheinbare Bonbonfabrik, in der man den Frauen beim Zubereiten der schwedentypischen Bonbons beobachten kann. Von dieser Sorte kaufte Pippi Langstrumpf einst 18 Kilo...


Von Rumskulla nach Kullaberg

PICT0612.jpgAuf der Rückreise nach Trelleborg hatten wir noch sehr viel Zeit und deshalb entschlossen wir uns noch zu einem kleinen Kurztrip nach Kullen. Kullen liegt in Schonen direkt am Öresund, etwas nördlich von Helsingborg. 


Kullen ist der Name einer Felsformation (Kullaberg) und der dazugehörigen Umgebung (Kullabygd). Da es sich um ein Naturreservat handelt, ist die Fahrt mit dem PKW mautpflichtig. Die Maut betrug Ende Julie 2009  40 Kronen (ca. 3,60 €) und entspricht der Parkgebühr in Bullerbü...


Die Felsformation ist zwischen ein und anderthalb Kilometern breit und hat eine Länge von 16 Kilometern von der Bucht Rekarekroken im Skälderviken bis zur in den Kattegatt reichenden Landzunge. Im östlichen Teil ist sie etwa 100 Meter hoch.

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Überwältigend ist der Ausblick auf die felsige Küste, hier sollen sich 15 Höhlen befinden. Wir fanden nur eine, nämlich die "Silver Grottan", eine kleine Höhle, in der ein Erwachsener den Kopf beugen muss, wenn er hineinwill. Ansonsten kletterten wir nach einigen Stunden Autofahrt aus Småland mit großem Spaß über verkarstete Steine direkt am Meer. Die Sonne schien, es war warm und herrlich.

Das war der letzte Eindruck unseres  Schwedenurlaubs - und vielleicht ein Ansatz für einen bestimmt folgenden Urlaub in diesem Land. Mölle ist ein Seebad ganz in der Nähe von Kullen. Mal sehen.

M.Kupfer



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8. Juni 2009 1 08 /06 /Juni /2009 21:43
Meine Tochter, 5, hat vor Kurzem Inlineskaten für sich entdeckt. Mein Sohn, 8, hatte vor zwei Jahren mal eine Ausrüstung erhalten -  Inliner mit allen zugehörigen Schonern - und sie kaum genutzt, jetzt waren sie ihm zu klein geworden. Meine Tochter fand die Inliner jetzt im Schuppen und wollte auch mal fahren.

Sonntag morgen half ich ihr beim Ausrüsten, die Knie-, Ellbogen- und Hanschoner mussten entsprechend befestigt werden. Das lief wohl nicht so nach ihrer Vorstellung, vielleicht nicht schnell genug, oder was weiß ich, jedenfalls platzte sie ziemlich ungeduldig heraus:

"Ach Papa, du verstehst nicht die Welt....!!"


M.Kupfer
 
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26. Mai 2009 2 26 /05 /Mai /2009 21:22
Vor Kurzem - am 11.05.2009 - erschien das Werk von Jan Fleischhauer mit dem Titel: "Unter Linken. Von einem, der aus Versehen konservativ wurde". Einige Auszüge waren schon im Spiegel zu lesen.

Die zugegeben unterhaltsam geschriebene Passage ließen mich aufhorchen. Bei mir lief die kulturelle und politische Prägung genau anders herum.

Ich lebe zwar als verheirateter Familienvater, Grundbesitzer und Arbeitgeberanwalt ziemlich bürgerlich - ob ich will oder nicht - aber dem bürgerlich-elitären Habitus kann ich nichts abgewinnen. Auch nicht dem Weltbild der CDU- und FDP-Stammwählerschaft.

Ich bin Grüner, 100%-iger Atomkraft-Gegener, und denke, dass Ökologie und Wirtschaft sehr gut zusammen passen, wenn diese Wirtschaft sich eben auch den sozialen und umweltpolitischen Herausforderungen der Globalisierung stellt. Gleichberechtigung geht natürlich klar, die Ehe ist eine Form des Zusammenlebens von Vielen und kein ehernes (sic!) Naturgesetz. 1968 war ein sehr wichtiger - im Wesentlichen notwendiger und positiv zu bewertender - Meilenstein in der bundesrepublikanischen und europäischen sowie US-amerikanischen Geschichte und bedeutete längst nicht den Untergang des Abendlandes und der Kultur, wie es Stockkonservative heute noch immer gerne behaupten - über vierzig Jahre später. Und nie würde ich auf die Idee kommen, meine Rockmusiksammlung gegen piefige volkstümliche Musik einzutauschen oder nur noch schlechte Musik mit dem Prädikat "Party-Charts" zu hören, um einen auf jung und hip zu machen.

Mein Weltbild war in der Tat mal anders: Ich äußerte mit 12, 13 bis etwa 15 Jahren ungeheuerlich unerträglich konservative, ja gar reaktionäre Thesen, wie zum Beispiel, dass meine spätere Frau ja nicht arbeiten solle, Atomkraft gut sei, mochte keine Pop- und Rockmusik, wollte frewillig zur Bundeswehr und war glücklich über den ersten selbst gebundenen Krawattenknoten. Ungelogen! Man, ist mir das heute peinlich...

DAS änderte sich zum Glück - und rettete mich wohl vor dem Eintritt in die JU und eine Burschenschaft oder in eine sonstige studentische Verbindung. Von meiner Metamorphose ab 16 Jahren profitieren heute alle meine Lieben.  Was war eigentlich ausschlaggebend?

Weiß ich nicht mehr, aber von heute auf morgen verschwanden damals Seitenscheitel, Oberhemd und V-Ausschnitt-Pullunder und mein Outfit wurde mit längeren Haaren und jugendtypischen Elementen der 80er rockmäßiger, alternativer. Ich beschloss, den Dienst an der Waffe zu verweigern, sah weit mehr Risiken in der Atomenergie als zuvor Vorteile, interessierte mich für Fragen der Friedens- und Abrüstungspolitik sowie die Dritte Welt und die globalen Zusammenhänge - und kicherte über den damaligen Kanzler Helmut "Birne" Kohl. Das war nicht so, weil es "in" war. Mein Umfeld war ganz und gar nicht "links".

Vielleicht war die Wende von 1982 ja ausschlaggebend für meine Metamorphose Richtung links-alternativ. Oder waren es die sich mit der Zeit ergebenden Erkenntnisse über die Generation der Großeltern, deren Angehörige
in der Nazizeit auf der einen Seite einfach nur angepasst waren und damit nicht als Helden oder Opfer herhielten bzw. auf der einen Seite sogar Nazis waren und in der Waffen-SS wirkten und ebenfalls Juden hassten? Oder war es die bislang ausgebliebene Auseinandersetzung damit? Das Koordinatensystem meiner damals heilen Wertewelt war jedenfalls so nicht weiter aufrecht zu erhalten und musste komplett anders definiert werden. "Alte Helden" mit einem gradlinigen und konsequenten Werteverständnis und Zivilcourage traf ich leider nicht.

Wie dem auch sei, Herr Fleischhauer. War die Metamorphose vielleicht ein Abgrenzen zum Elternhaus, zur Familie? Natürlich ist das als Teen oder Twen anders als bei Jemandem in den 40ern. Äußerlich gleicht man sich an, auch in den allgemeinen Umgangsformen. Das ist eine Frage der erfolgreichen Kommunikation. Aber sonst? Spätestens bei politischen Themen und Glaubensfragen bzw. die Sichtweise auf "68" hört der Spaß bei jeder Party auf.

Interessant ist dazu ein Pro-Contra in der Taz: Ist Konservativ zu sein wieder sexy?

M.Kupfer
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4. Januar 2009 7 04 /01 /Januar /2009 14:23
Nachdem wir gut ins neue Jahr gestartet sind - der 01.01. war nach der häuslichen Sylvesterparty mit Aufräumen und Relaxen schneefrei vergangen - hat uns nun der Winter auch wettermäßig eingheholt.

Wenn man den Vorhersagen glauben will, kommt es heute noch ganz dicke von Nordosten her: Schneefälle ab dem Nachmittag des 04.01.09, verbunden mit einem Temperatursturz auf minus acht Grad Celsius zumindest hier in unserer Region.


Wir waren jedenfalls schon beim Rodeln
- oder "Rudeln", wie unsereTochter sagt.

Da fiel uns doch eines ein: Unsere Kleine wird noch in diesem Monat 5 Jahre alt - und sie war jetzt zum ersten Mal in ihrem Leben beim Rodelvergnügen. Das liegt daran, dass es in den vergangenen 5 Jahren eben keine richtigen Schneewinter gab. Sohnemann konnte sich noch an Schnee erinnern und er weiß auch etwas damit anzufangen.

Anbei ein Bildchen vom heutigen Vormittag, um einen Eindruck von den Schneeverhältnissen hier zu bekommen:


Der Junge auf dem Schlitten ist unser Sohnemann....

Wir probierten es auch noch mit einem Mini-Bob und einem Rutschteller(?), was auch sehr gut ging. Freunde von uns hatten ihren jungen Hund dabei, der durch den Schnee tollte und seine Hunde-Kumpels durch den Schnee jagte.

Aber irgendwann ist auch die schönste Rodelstrecke überfüllt und der wärmste Schneeanzug durchnässt, so dass
es dann bald nach Hause ging.

Morgen bei der Fahrt zur Arbeit denke ich bestimmt nochmal anders über dieses Wetter... Wehe, mir knallt hinten jemand rein...

M.Kupfer


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