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Weihnachtsfreude

Was ist das eigentlich, Weihnachtsfreude?

Ich versuch es mal anders herum: Was ist es nicht?

-"X-Mas"
- Konsum ohne Ende, verbunden mit massenweisen Geschenken nach dem Motto "Viel hilft viel";
- Geschenke vor Toresschluss besorgen;
- Geschenke "zwischen den Jahren" immer umtauschen;
- Fresserei ohne Ende;
- zuviel Glühwein;
- Dauerfernsehen über die Feiertage;
- 7-Grad-Celsius-Waschküche
- schrecklich-schöne Glitzer- und Blinkbeleuchtung an den Häusern, die eher an Rotlichtviertel erinnern, denn an die Adventszeit;
- Hetze in den Straßen;
- die neuesten Trends am Weihnachtsbaum: grüne und violette Kugeln;
- jeden Feiertag anderen Besuch haben/immer jemand anderen besuchen;
- Freizeitstress, mehr Pflicht als Freude, fremdbestimmte Feiertagsgestaltung;
- Ärger, der auf einen nach Weihnachten wartet;

Positiv ausgedrückt: Schwierig, es ist eine sehr persönliche Wahrnehmung, ganz abhängig von der jeweiligen Situation, Erinnerungen an schöne Weihnachten - oder eben an schreckliche Weihnachten früher.

Ist mal ein lieber Angehöriger in der (Vor-) Weihnachtszeit verstorben? Haben sich Paare getrennt, gab es Familienstress? Ging der Job verloren, ist wer schwer erkrankt?

Oder war es schön, wie zur Kindheit?
Mein Vater und Schwiegervater, beide um die 70 erzählen noch von ihren Weihnachten in den letzten Kriegsjahren oder in den Kältewintern der Nachkriegsjahre, in denen eine einzelne Apfelsine für jeden die Weihnachtsfreude brachte, auch, dass die Bude beheizt war und es etwas zu essen gab und alle zusammen waren.

Meine Mutter erzählt, dass sie sich über ihr "renoviertes" Puppenhaus freute - da bereits vorhandene war Wochen vorher aus dem Kinderzimmer verschwunden und wurde von einem Verwandten mit Farbe, neuen Möbeln pp wieder frisch gemacht und stand Heiligabend unterm Weihnachtsbaum.

Auf solche Geschichten können wir Nachgeborenen nicht zurück greifen, es gab immer reichlich.

Was macht für mich persönlich Weihnachtsfreude aus?

- eine bestimmte innere Ruhe, zu der man nach dem Rüsel in der Vorweihnachtszeit kommt...: Die Geschäfte dürfen ruhen, es ist alles vorerst erledigt;

- ein Lichterglanz in der Wohnung, der innere Wärme verbreitet - nicht zuviel Glitzerkram, lieber ein paar Kerzen;

- Das Bewusstwerden/sein des Zwecks von Weihnachten: Christi Geburt;
- die Möglichkeit, die späte Messe in der Kirche besuchen zu können (oder die frühe am 1. Weihnachtstag);
- Zeit - zum Lesen, Musikhören, Spielen, Spazieren;
- klassische Musik;
- kaltes Hochdruckwetter, Schnee(!) oder zumindest Frost;
- Genuss nach dem Motto "Klasse statt Masse".

In meiner Jugend und in meinen 20ern machte der Mitternachtsgottesdienst für die Jüngeren Weihnachten erst perfekt, weil man nach der familiären Bescherung noch Freunde treffen konnte.

In meiner Kindheit stimmte meine Mutter das Klavier an und es wurde bei echten Kerzen am Baum zu Klaviermusik gesungen.

Was ist denn für euch/Sie Weihnachtsfreude?

M.Kupfer
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