In Deutschland, wie sollte es anders sein, kommt leichte Unruhe auf. Atomkraftbefürworter aus Politik und Wirtschaft sehen sich bestätigt, die mit Bedacht vorgetragene Kritik aus der Anti-AKW-Bewegung findet leider kein Gehör, bislang jedenfalls nicht.
Es scheint deshalb absehbar: Gibt es im Herbst 2009 nach der Bundestagswahl einen Wechsel zu einer schwarz-gelben Regierung, wird der Atomausstieg gekippt.
Was war noch mal mit Asse??
Wie dem auch sei: Die Entscheidung der - bürgerlichen (!) - Regierung in Schweden sagt erst einmal gar nichts aus zur Zukunft der Atomenergie in Europa und anderswo. Derutschland, so heißt es, stünde doch jetzt ziemlich alleine da, wenn nun auch Schweden den alten Beschluss zu Atomausstieg kippt. Kann man hierzulande denn nun an dem im Jahr 2001 von der damaligen Regierung Schröder gefassten Atomausstieg festhalten?
Man kann, nein, man muss sogar. Auf die Argumente gegen Atomenergie hatte ich schon hingewiesen... Atomenergie dient jedenfalls NICHT dem Klimaschutz!
In Schweden wird letztlich nicht die regierung über die Rückgängigmachung des Atomausstiegs entscheiden, sondern das Parlament.
Bei Neubauten entscheiden letztlich die Stromkonzerne. Letztlich ist damit noch alles "offen". Denn durch den ehrgeizigen Ausbau der regenerativen Energien werden die alten Reaktoren vom Markt gedrängt. Für teure Neuanlagen - die womöglich erst in zehn Jahren in Betrieb gehen - besteht kein Bedarf.
Deutschland steht mit dem Atomausstieg längst nicht alleine in Europa: Österreich, Dänemark, Irland, Norwegen und Portugal verzichten gänzlich auf AKW. Ob Italien und Polen bei ihrer Ankündigung bleiben, neue AKW bauen zu wollen, bleibt völlig offen.
In der Presse wird diese Frage nun - nach einer Welle befürwortender Artikel - relativierend gesehen:
- Kommentar in der ZEIT; danach bietet Atomenegie weit weniger CO2-Einsparpotential als bislang angenommen; die aktuellen AKW-Baustellen in Frankreich und Finnland sind mit Problemen behaftet, Stri'om aus Kernkraft wird hochgradig subventioniert und wird so künstlich verbilligt... - Im Mannheimer Morgen (Morgenweb) wird der stand der Diskussion zusammengefasst; - Der Kölner Stadtanzeiger relativiert die Beschlüsse in Schweden, da etwa staatliche Subventionen für den Reaktor-Neubau nicht fließen werden;
Man wird gespannt sein, insbesondere auf den Wahlkampf, bei dem die Frage Pro/Anti-Atomenergie zu einem Lagerwahlkampf führen wird.
Entschieden ist noch nichts, jedenfalls nichts im Hinblick auf die Renaissance der Atomenergie....